Bildung

(1) Jeder hat ein Recht auf Bildung, die ein selbstbestimmtes Leben in der digitalen Welt ermöglicht.

(2) Digitalisierung ist eine elementare Bildungsherausforderung. Sie besitzt einen zentralen Stellenwert in den Lehrplänen öffentlicher Bildungseinrichtungen.

6 Kommentare

  1. 3
    Seeräuberjens schreibt:

    Für elementar wichtig halte ich, die digitale Bildung in den Schulen zu entkommerzialisieren. Das heißt, Bildung soll nicht dazu führen, Kinder und Jugendliche an bestimmte kommerzielle Produkte heranzuführen oder gar zu binden.

    Heißt: Die sollten nicht Microsoft Word lernen, sondern LibreOffice. Und nicht Photoshop, sondern GIMP. Nicht mit Edge oder Safari browsen, sondern Firefox.

    Um die Option eines “ein selbstbestimmtes Lebens” überhaupt bekannt zu machen, sollten sie ferner nicht nur praktisch, sondern auch theoretisch vertraut gemacht werden mit den Konzepten von Freier und opensource-Software.

  2. 1

    Schlage einen Punkt (3) vor:
    Aus ökonomischen und orthopädischen Gründen (Schulranzen wiegen noch immer sechs Kilogramm oder mehr) sind Lehrmedien und andere Gebrauchsschriften bevorzugt digital anzubieten. Geeignete Lesegeräte sind zur Verfügung zu stellen.
    Eventuellen Einsprüchen der Schulbuchverlage wird nicht Folge geleistet. Ihre Leistung besteht im qualitativ hochwertigen Herausgeben des Lehrmaterials, nicht im Eintinten von toten gemahlenen Bäumen.

  3. 0

    Ob, wie und ab wann digitale Medien im Schulunterricht verwendet werden, wird ausschließlich nach entwicklungspsychologischen und pädagogischen Kritierien entschieden. Kitas, Kindergärten und Grundschulen sind deshalb von digitalen Medien komplett freizuhalten, weil Kinder in diesem Alter noch völlig andere Lern- und Entwicklungsbedürfnisse haben. Erst müssen basale Kompetenzen erworben werden und die Persönlichkeit ausreichend entwickelt sein, damit der Umgang mit digitalen Medien überhaupt erst sinnvoll bewältigt werden kann. Später können Schulen und Lehrkräfte selbst entscheiden, an welcher Stelle der Einsatz digitaler Medien pädagogisch nützlich erscheint und an welchen nicht. Keinesfalls dürfen sich Schulen von kommerziellen Anbietern abhängig machen. Schülerinnen und Schüler dürfen nicht zur privaten Anschaffung bestimmter Hard- oder Software gezwungen werden. Die Weitergabe und Auswertung persönlicher Daten von minderjährigen Schülerinnen und Schülern (z.B. über Lernfortschritte) an kommerzielle Firmen ist klar zu unterbinden.

  4. 0
    Peter Keßel schreibt:

    Der Digitalisierung einen zentralen Stellenwert in den Lehrplänen der öff. Bildungseinrichtungen zuzusprechen halte ich für höchstproblematisch, auch da m. E. nicht andere, zentralere Bildungsthemen (z.B. Bewegung, Sprache, Musik) dafür relativiert werden dürfen – eine Digitalisierung dieser anderen Themen scheint auch nur in wenigen Fällen sinnvoll zu sein. Sicher ist es aufgrund der aktuellen lebensweltlichen Bedingungen sinnvoll, Schülerinnen und Schüler bereits mit diesen Medien im Sinne einer Bildungs- und Arbeitsmöglichkeitsgerechtigkeit vertraut zu machen. Aber dies darf nicht in frühkindlichen Einrichtungen wie Kitas der Fall sein, für die es ebenfalls Bildungsprogramme und lehrplanähnliche Vorgaben/Empfehlungen gibt (vgl. Kommentar zu Art. 19). Ob Digitalisierung bereits in der Grundschule sinnvoll ist, wage ich auch zu bezweifeln. Hier ist in der Charta mehr Differenzierung nötig.
    Um die Grundrechte in der digitalen Welt wahrnehmen zu können erscheint mir Medienpädagogik relevanter, die Menschen auf die Möglichkeiten aber auch Gefahren und Manipulationsmöglichkeiten nachhaltig vorbereiten muss. Das setzt ein urteilsfähiges Real-Selbst voraus, für dessen Entwicklung eine Digitalisierung äußerst wenig beitragen kann.

  5. 0
    Dr. Volkhard Heinrichs schreibt:

    Unterrichtsmaterialien sollen aus ökologischen, ökonomischen und gesundheitlichen Gründen bevorzugt digital erstellt werden, wobei den Lernenden geeignete multimediale vernetzbare Lesegeräte zur Verfügung gestellt werden müssen. Die didaktisch hochwertige Erarbeitung dieser digitalen Unterrichtsmaterialien kann in Absprache mit der nationalen/regionalen Kultusbehörde von Autoren/-gemeinschaften oder von Schulbuchverlagen unter Einbeziehung rechtefreier Materialien hergestellt werden.

  6. 0

    Schlage einen Punkt (3) vor:
    Lehrmedien und andere Gebrauchsschriften werden aus orthopädischen und ökonomischen Gründen bevorzugt digital angeboten. Schulbuchverlage sind für die Sicherstellung der Qualität der rein elektronisch vorliegenden Medien verantwortlich.

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