Arbeit

(1) Arbeit bleibt eine wichtige Grundlage des Lebensunterhalts und der Selbstverwirklichung.

(2) Im digitalen Zeitalter ist effektiver Arbeitsschutz zu gewährleisten.

(3) Der digitale Strukturwandel ist nach sozialen Grundsätzen zu gestalten.

9 Kommentare

  1. 3
    Georg Hopp schreibt:

    Ein zentraler Bestandteil dieses Strukturwandels ist der Wegfall
    (oft ersatzlos) von Arbeitsplätzen. In der Vergangenheit wurde
    bei der Einführung von Automatisierung und Effizienzsteigerungen
    durch die Digitalisierung den Menschen mehr Freizeit versprochen.
    Dieses Versprechen wurde vollumfänglich eingehalten, leider hatte
    man vergessen den betroffenen Menschen mitzuteilen das diese
    Freizeit dann ein Leben im sozialen Abseits ohne jegliche Mittel
    zeitigt.

    Es kann nicht sein das wenige Mitglieder der Gesellschaft großen
    finanziellen Vorteil durch Digitalisierung erhalten, auf kosten
    einer großen Anzahl anderer Menschen die dadurch an den sozialen
    Rand abgeschoben werden. Hier ist es Elementar die Vorteile
    der Digitalisierung sozial gerecht zu verteilen.

    Es reicht offensichtlich nicht aus bestehende soziale Grundsätze auf den
    Strukturwandel anzuwenden. Es braucht eine völlig neue Definition der
    sozialen Gründsätze.
    Die unproportionalen Vorteile, die Einzelne erzielen, müssen der
    gesamten Gesellschaft wieder zu Gute kommen, sonst brauchen
    wir über einen sozialen Umgang mit den Folgen der Digitalisierung
    gar nicht weiter zu sprechen.

    Unter diesem Gesichtspunkt sollte die Charta also ratifizierende Mitglieder
    dazu verpflichten die finanziellen Vorteil die aus der Digitalisirung
    entstehen sozial gerecht zu verteilen und Menschen nicht Aufgrund von
    Arbeitslosigkeit an den Rand der Gesellschaft zu schieben. Stattdessen muß
    endlich das Versprechen der Digitalisierung eingelöst werden und Menschen bei weniger Arbeit der gleiche soziale Standard gewährt weden wie Arbeitenden.

    1. 1
      Paul Lafargue schreibt:

      Ich denke Dominik Golle hat in seiner Kritik einen sehr guten Kritikpunkt gefunden. Die Gruppe Krisis hat den Arbeitsbegriff schon vor einiger Zeit umfassend untersucht. (1)
      Arbeit für sich allein muss kein Wert sein. Es ist grundsätzlich vorstellbar, dass Menschen, auch ohne den Zwang zur Arbeit, etwas finden mit dem sie sich beschäftigen können. Außerdem ist es vorstellbar, dass viele Arbeiten automatisiert besser gemacht werden(2).

      (1) http://www.krisis.org/1999/manifest-gegen-die-arbeit/
      (2)https://www.youtube.com/watch?v=7Pq-S557XQU

  2. 1
    Anja Hartmann schreibt:

    Das ist ein weites Feld – wer weiß, wie Arbeit in einigen Dekaden aussehen wird und ob sie nach wie vor als Vehikel zur Selbstverwirklichung angesehen wird? Und ob Selbstverwirklichung ein erstrebenswertes Ziel bleibt? Ich würde dazu tendieren, eher einen Artikel über die Möglichkeit zur Lebensgestaltung im allgemeineren aufzunehmen, die durch “das Digitale” unterstützt, nicht behindert werden sollte (passend zum Thema “Würde” oben).

  3. 0
    Heike Miehe schreibt:

    Der Satz ist aufgrund der Logik falsch, denn es müsste wenn schon Erwerbsarbeit heißen und nicht Arbeit . Viele wichtige und sinnvolle Arbeiten werden nach wie vor unentgeldlich verrichtet. Indem Arbeit oft gleichgesetzt wird mit Erwerbsarbeit werden diese Tätigkeiten als Arbeit negiert.Bezug

  4. 0
    Georg Müller schreibt:

    Alles schön und gut, bis auf
    “Artikel 21
    Arbeit
    (1) Arbeit bleibt eine wichtige Grundlage des Lebensunterhalts und der Selbstverwirklichung. ”
    Wenn wir diesen biblischen Gedanken (“im Schweisse des Angesichts”) endlich fallen lassen könnten und uns erlaubten, unsere Gesellschaft nach unseren Möglichkeiten zu gestalten, dann würde eine allgemeine persönliche Arbeitsbereitschaft von 4-10 Std wöchentlich mehr als ausreichend sein, unseren Lebensstandard zu sichern. Selbstverwirklichung sei damit nicht ausgeschlossen, aber Arbeit als Grundlage des Lebens ist mittlerweile völliger Irrsinn.

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